Wiederverwendete Plastiktüte schont Umwelt und Geldbeutel

Immer wenn ich an der Kasse am Supermarkt stehe, ärgere ich mich irgendwie, wenn sich jemand eine Plastiktüte kauft. Ab und an kommt das zwar auch bei mir vor, aber nur wenn ich meinen Jutebeutel oder bevorzugt meine stabile IKEA-Tasche nicht dabei habe. Das geschieht aber eigentlich nur, wenn ich “spontan” z. B. nach der Arbeit noch einen größeren Einkauf starte. Denn eine klein-zusammenfaltbare Tüte* habe ich eigentlich immer dabei. Die hat zwar in der Anschaffung acht Mal so viel gekostet wie ein Plastiktüte an der Kasse (einen ganzen Euro ;)), aber sie hat sich schon abbezahlt. Und die Umwelt dankt es mir jedes Mal, wenn ich sie verwende.

Ich persönlich finde es gut, dass manche Läden auf die aktuelle Diskussion um Plastiktüten reagieren und kostenlose Plastiktüten aus ihrem Geschäft verbannen. Der Drogeriemarkt dm z. B. hat seine kleinen Plastiktütchen nach der Kasse abgeschafft – aus Umweltgründen. Aber irgendwie finde ich es auch schade, dass wir Kunden bevormundet werden müssen.

Zur Plastiktüte einfach mal “nein” sagen
Die Mini-Gratis-Plastiktüten nach den Kassen bei dm wurden abgeschafft. Des Umweltschutzes wegen nicht aus ökonomischen Beweggründen. Der Drogeriemarkt bietet seinen Kunden Alternativen z. B. in Form von Stoffpfandtaschen (Foto: Winderl)

Die Mini-Gratis-Plastiktüten nach den Kassen bei dm wurden abgeschafft. Des Umweltschutzes wegen nicht aus ökonomischen Beweggründen. Der Drogeriemarkt bietet seinen Kunden Alternativen z. B. in Form von Stoffpfandtaschen (Foto: Winderl)

Kann nicht einfach jeder einen Jutebeutel dabei haben, wenn er weiß, dass er einkaufen geht? Es fängt doch bei jedem Einzelnen an bspw. an der Kasse im Modegeschäft auch mal “nein” zur Plastiktüte zu sagen, weil das T-Shirt auch noch so in unsere Handtasche passt. (Wofür schleppen wir Frauen immer so große Taschen mit uns rum?)

Oder und das ist das Mindeste, was man tun kann, die Plastiktüte nochmals zu verwenden. So eine Plastiktüte nimmt in der Handtasche oder auch in der Jackentasche des Mannes nicht viel Platz weg und man muss beim Einkauf im Supermarkt nicht schon wieder eine neue kaufen. Und genau da fange ich mich an zu ärgern. Denn wenn ich sehe, wer zum Großteil zu den Plastiktüten im Supermarkt greift, sind das meist Menschen, die nicht so aussehen, als hätten sie ein paar übrige Cent im Geldbeutel…

Ich glaube, jeder hat so wie ich eine (Plastik)tüte voll Tüten zu Hause, auch wenn man sie sparsam aus der Stadt mitnimmt. Ist das wirklich so schwer, eine daraus wieder zu verwenden?

Ich z. B. verwende Plastiktüten, wenn sie unansehnlich geworden sind als Müllbeutel. So ein Recycling finde ich sinnvoll, wenn auch die (dünnen) Müllbeutel sicherlich etwas umweltfreundlicher zu produzieren sind. Aber manchmal braucht man eben Müllbeutel, die etwas strapazierfähiger sind.

Stofftasche mit Pfandfunktion bei dm
Prof. Heckl wies beim Sonntags-Stammtisch (22.02.15) auf die Aktion "Plastik fasten"  hin - symbolisch hatte der die alte Milchkanne seiner Mutter dabei. (Foto: Screenshot BR)

Prof. Heckl wies beim Sonntags-Stammtisch (22.02.15) auf die Aktion „Plastik fasten“ hin – symbolisch hatte der die alte Milchkanne seiner Mutter dabei. (Foto: Screenshot BR)

Für den Badmülleimer fand ich die kleinen Plastiktütchen von dm hervorragend geeignet, weil sie eben nicht ganz so dünn waren. Aber ich habe auch Respekt für die Entscheidung der Drogeriekette, weil sie auch sonst nachhaltig wirtschaften und sicher nicht nur als Sparmaßnahme, die Gratis-Tüten gestrichen haben. Und dm präsentiert auch gleich noch eine wunderbare Alternative, neben Papier- und ja auch Plastiktüten, die an der Kasse käuflich erworben werden können: Pfandstofftaschen.

Mittlerweile sind diese stabilen Stoffbeutel in trendigen, wechselnden Farben zu einem Sammelobjekt geworden. Die meisten Frauen wollen ihre Tasche gar nicht mehr zurückgeben, weil genau jene Farbe noch in der Sammlung fehlte. Aber wenn man keine Lust mehr auf die aktuelle Farbe hat oder man schnell eine kaufen musste, weil man die eigene für den Einkauf vergessen hat, bekommt man an der Kasse die zwei Euro wieder zurück. Die Drogiekette führt nach eigenen Angaben die Tasche dem Recyclingkreislauf zu und es wird Kleidung daraus gefertigt.

„Plastik fasten“ als Alternative

Prof. Heckl, Chef des Deutschen Museums und Dauergast beim Sonntagsstammtisch am BR hat dort kürzlich darauf hingewiesen, dass seine Heimatpfarrei an der Aktion „Plastik fasten“ teilnimmt. In seiner gewohnt charmanten Art, hatte er eine Blech-Milchkanne von seiner Mutter dabei. Freilich ist es heute unrealtisch, dass wir unsere Milch vom Supermarkt in einer Milchkanne nach Hause tragen. Aber wir können ja klein anfangen und an der Kasse zur Plastiktüte einfach mal nein sagen.

Der ISARSPARER-Tipp lautet also dieses Mal: Schafft euch Jutebeutel oder Körbe an oder verwendet zumindest eure Plastiktüten zwei Mal. Denn Kleinvieh macht auch Mist. Wer zwei Mal in der Woche nur zwei Plastiktüten kauft, gibt dafür auf’s Jahr gerechnet mehr als 10€ aus. 10€ – die man sich und der Umwelt ersparen kann.

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