Kunst im SupermARkT: Lockdown-Ausstellung im Rewe Premium

Ähnlich wie das Leben, findet auch die Kunst einen Weg: Denn eigentlich dürfen Museen und Galerien nicht öffnen (aktuell in München noch*, aber verzeiht, wenn ich den Grund dafür nicht auf Anhieb im Kopf habe…)

Was aber garantiert immer offen hat (zumindest derzeit) sind Supermärkte. Warum also nicht eine Kunst-Ausstellung im Supermarkt?

Schlaue Idee, cooles Konzept mit der Kuratorin Nata Togliatti die Kunstwerke im Rewe Premium in den Fünf Höfen unter dem Motto „SUPER mARkT – Frische Lieferung“ präsentiert. Und für ISARSPARER ideal, weil die Ausstellung keinen Eintritt kostet!

Schon der Eingang wurde zum Kunstwerk: An den Rolltreppen waren Fensterputzroboter im Einsatz, die Äpfel wurden von der Kuratorin selbst mit Öl auf Verpackungsmaterial gemalt. (Foto: Winderl)

Bereits die Rolltreppen, die zum Supermarkt hinunterführen, sind in das Ausstellungskonzept eingebunden: Fensterputzroboter haben auf den Glasfronten rote Farbe verteilt („In between“ Tornike Abuladze). Rot passt nicht nur zum Rewe-Logo, sondern auch zu den Äpfeln, die die Kuratorin, die selbst Künstlerin ist, auf Pappschachteln mit Öl gemalt hat („Apples d‘oro“). „Ein Apfel ist aufgedruckt. Ich spiele so mit der Reproduzierbarkeit der Pop-Art-Künstler“, erklärt sie mir, während ich die Campbell‘s Tomatensuppe von ihr signieren lasse. 

Warhol-Fans wissen natürlich sofort, dass diese Dose eines seiner Markenzeichen ist.

Die Warentrenner wurden mit Kugelschreiber von Milen Till gestaltet; „Warhols“ Tomatensuppe wurde während der Aktionswoche verkauft (Foto: Winderl).

Für den „KunstsupermARkT“ wurde ein richtiges Prospekt gedruckt – farb- und designmäßig an Rewe angelehnt, lediglich einige Preise fehlen. Dafür sind aber auch nicht alle „Kunstwaren“ zum Mitnehmen. Die Warentrenner von Milen Till zum Beispiel, die aktuell an der Kasse tatsächlich im Einsatz sind, können aber vorbestellt werden. 600 Euro kostet das 3er-Set. Leider etwas außerhalb meines Budgets, einer hätte mir auch gereicht. Aber es handelt sich um einzelne Worte, die zusammen einen konsumkritischen Satz ergeben.

Und zu „Corona-Kunst“ gehört natürlich unbedingt auch Klopapier! „Das Universum in einer Klorolle“ von Esther Zahel ist am Küchenrollenregal zu sehen.

Ist das Kunst oder kann das weg? Sicher dachten das einige Kunden, die nicht über die Ausstellung Bescheid wussten. Die Barriere aus Prinzenrollen stammt von Thomas Rentmeister (Foto: Winderl).

Eine Barriere aus Keksrollen

Besonders auffällig ist die Barriere aus Prinzenrollen, die Thomas Rentmeister im Getränkeflur „zwischen Süßwaren und Schorlenregal“ aufgebaut hat. Ich beobachte, wie Nata Togliatti eine Rolle der Kekse nachlegen muss. Die Kunst-Barriere ist zwar beschildert mit „nicht berühren“, aber der Übergang zwischen Supermarktalltag und Kunstausstellung ist fließend.

Bei anderen Dingen bin ich mir heute auch nicht sicher, ob es in die Kategorie „ist das Kunst oder kann das weg“ fällt: Der aufgeplatzte Schoko-Pudding in der Kühltheke beispielsweise sieht irgendwie so „geplant“ geplatzt aus. Oder die Schachtelreste in der Spirtuosenabteilung… Als ich so überlege, schweift mein Blick hinüber zu den mit Straßsteinen verzierten Vodka-Flaschen. Sie sind dauerhaft im Sortiment. Und ich denke mir, eigentlich gibt es auch im (Supermarkt)Alltag viel Schönes zu entdecken, man muss sich nur darauf einlassen.

Aktionswoche vom 8. bis 15. April 2021

Die Ausstellung im Rewe Premium in den Fünf Höfen geht noch #verlängert bis Donnerstag, 15.04 Samstag, 17.04. Was insofern besonders erfreulich ist, da Ausstellungen außerhalb von Supermärkten in München *ab Mittwoch, 14.04 wieder geschlossen sind.

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