Museum Brandhorst feiert 10 Jahre mit Ausstellung „Forever Young“ bis 2020

Kuratorin Patrizia Dander führt persönlich durch „ihre“ Ausstellung. Hier steht sie vor einer selten Marilyn Monroe Druck-Variante von Andy Warhol. (Foto: Winderl)

Geburtstage mag ich, vor allem wenn es Kuchen gibt. Und die Einladung zum Bloggerevent ins Museum Brandhorst war so lieb gestaltet – wir bekamen dort sogar persönlich geschriebene (Geburtstags)karten. Kurz: Das Geburtstagswochenende im Brandhorst – es wurde übrigens 10 Jahre jung – war wunderbar.

Aber davon hättet ihr jetzt nicht viel, wenn ich darüber schreibe! (Es bekamen übrigens alle Besucher an diesem Mai-Wochenende ein Geschenk in Form von gratis Eintritt!)
Die Jubiläumsausstellung „Forever Young“ ist aber noch bis April 2020 zu sehen. Und am Sonntag, als versierte ISARSPARER wisst ihr das natürlich, kostet der Eintritt nur einen Euro. (Alle Museen mit dem Sonntags-Eintritt im Überblick findet ihr hier.)

Die Kuratorin, Patrizia Dander, führte uns persönlich durch „ihre“ Ausstellung. Übrigens ein Argument, das Museum Brandhorst unter der Woche zu besuchen ist, dass sie das auch noch ein paar Mal öffentlich tun wird. Der Preis für diese Spezial-Führung („Aus erster Hand“) ist im Eintrittspreis enthalten. Da kann man wirklich nicht meckern, wenn es auch nach dem Geburtstag noch kleine Geschenke gibt 😉

Größte Warhol-Sammlung außerhalb der USA

Wusstet ihr, dass das Brandhorst mit rund 120 Arbeiten, die größte Warhol-Sammlung außerhalb der USA besitzt? Das finde ich durchaus beeindruckend! Der Ausstellungstitel passt auch zu diesem Künstler: Denn er war nicht nur dem Fitness-Wahn verfallen, sondern ließ sich sogar die Nase operieren. Die Entwicklung seiner Gesichtsmitte kann an Hand von Selbstportraits direkt in der Ausstellung nachvollzogen werden. Genial auch die Idee, das mit „Workout mit Warhol“ am Geburtstagswochenende aufzugreifen. Aber die ganzen tollen Veranstaltungen sind ja vorbei…

Schade, dass von seinen Piss Paintings – ja, richtig gelesen! – nur „male Piss Paintings“ gezeigt werden. Der direkt Vergleich mit den weiblichen Pendants wäre sicher interessant… Aber irgendwie kann man sich das fast vorstellen.

Wie viele Tabletten nimmt man durchschnittlich im Leben?

Ein Gruppenbild der Blogger im Pillenschrank von Damien Hirst (Foto: Winderl)

Denn es gibt auch so genug zu sehen: Und ein bisschen hat die Kuratorin auch auf Publikumslieblinge gesetzt. Im Untergeschoss ist zum Beispiel wieder „Void“ von Damien Hirst zu sehen. Es handelt sich hierbei um einen überdimensionierten Pillenschrank mit zwei auf fast fünf Meter, der 27 000 Tabletten enthält. Die Zahl, die ein Mensch (oder besser wohl ein Patient) in seinem Leben durchschnittlich zu sich nehmen soll. In allen Farben des Regenbogens werden sie dem Besucher im verspiegelten Pillenschrank präsentiert – fast könnte einen diese Farbenpracht an die bunte Fassade des Museums erinnern, mit der sich das Brandhorst schon rein optisch von den übrigen Kunsttempeln Münchens abhebt.

Warum es so ein Publikumsliebling ist? Nun, schon der Aufbau ist faszinierend: Fünf Menschen waren vier Wochen lang damit beschäftigt, die Pillen in genau die Reihenfolge zu bringen, wie sie Hirst im Jahr 2000 konzipiert hatte.

Ihr seht, in der Führung mit der Kuratorin erfährt man auch allerhand kuriose Details. Ich würde vorschlagen, schaut euch die Ausstellung einfach selber an, ich kann nicht alles hier beschreiben:

Twombly-Dauerausstellung neu konzipiert

(Foto)spaß im Raum, der in Schwarzlicht getaucht ist, damit die Black Light Paintings von Jacqueline Humphries besonders gut zur Geltung kommen. (Foto: Privat)

Die Sammlung des Museums, das auf das Stifterpaar Annette und Udo Brandhorst zurückgeht, ist in seinen 10 Jahren von 700 auf 1200 Exponate angewachsen; in „Forever Young“ werden davon ein knappes Viertel gezeigt. 

Auch die Dauerausstellung im Obergeschoss, die der Sammlung von Cy Twombly gewidmet ist, wurde im Zuge der Jubiläumsausstellung neu konzipiert. 

Ich verspreche auch, dass ihr mindestens in einem Raum von Forever Young, der in Schwarzlicht getaucht ist, Schnappschüsse machen könnt, wie selten in einem Museum. Insta-Profitpp: Zieht euch weiße Klamotten oder Schuhe an und ihr werdet doppelt so viel Spaß haben! Die Künstlerin, die hier ihr Black Light Paintings zeigt heißt Jacqueline Humphries und hat die Hängung im Brandhorst selbst besichtigt.

Mein Fazit zum Geburtstag: Das Museum Brandhorst ist erst 10 Jahre alt, aber ist für mich aus dem Reigen der Münchner Kunstszene nicht mehr wegzudenken – und nicht nur, weil seine Fassade in Zeiten von Instagram für so viele Schnappschüsse sorgt! (Das Fotoverbot innen ist ja noch gar nicht sooooo lange aufgehoben…)

An dieser Stelle einfach mal ein Dankeschön, dass ihr euch am Sonntags-Eintritt beteiligt! Auf diese Weise finden vielleicht auch Menschen zu moderner Kunst, die einen vollen Eintritt nicht investieren würden, aber dann begeistert euer Haus verlassen… Oder ISARSPARER, die die gesparten Euros gerne im Balla Beni gegenüber in Eis investieren 😉

Transparenzhinweis: Vielen Dank an das Museum Brandhorst für die Einladung zum Bloggerevent!

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