MVV Tarif-Reform: U-Bahn fahren in München wird günstiger

Symbolbild MVV-Tarif-Reform
Weniger Ringe und Zonen: Dank der MVV-Tarif-Reform wird es künftig wohl deutlich einfacher, das richtige Ticket zu lösen. (Foto: Winderl)

Die gute Nachricht vorweg: Mit der MVV-Tarif-Reform ab 15. Dezember 2019 wird es viel einfacher für Gelegenheitsfahrer, das richtige ÖPNV-Ticket in München zu ziehen. Und die Tickets für Tram, U- und S-Bahn werden für sog. Zeitkartenbesitzer sogar im Schnitt etwas günstiger.

Aber das Wichtigste: Das Ticketsystem des Großstadt-Dschungel aus Lianen und … wird wesentlich unkomplizierter. Sympathisch: Die neue Preisliste passt sogar auf eine Seite!

In diesem Blogpost habe ich bis dato Aufklärung über das komplizierte MVV-System geliefert – immer wieder kamen Fragen, welches Ticket wohl das günstigste sei.

Innenstadt-Ringe werden durch Zone M ersetzt

Ab Dezember werden für den Innenstadt die Ringe abgeschafft und durch eine einheitliche Zone M ersetzt.

Künftig kann man mit einem Ticket der Zone M (was dem kompletten alten Innenraum entspricht) sogar bis an die Grenzen des ehemaligen Rings 4 fahren – und das ist so teuer wie früher die Isar Card für 2 Ringe: Die Monatskarte für den kompletten Innenbereiche (Zone M) kostet künftig 55,20€ (statt 79,10€ für 4 Ringe).

Zur Zone M kommen bis zu 6 Zonen für den Außenbereich dazu.

Ich freu mich, dass die Wochenkarte für mich mit 17.10€ (statt 18,60€) sogar etwas günstiger wird. Da ich in Giesing wohne, habe ich bis dato für drei Ringen bezahlt. Das funktionierte allerdings nur, da die Stationen Pasing (Pasing Arcaden) und Messestadt (Riem Arcaden) so genannte Übergangsstationen waren, die man sowohl mit Ring 3 als auch Ring 4 anfahren konnte. Ja, mit sowas musste man sich beschäftigen, wer nicht schwarz fahren wollte! Das fällt mit einem einheitlichen M-Ticket für den Innenraum künftig weg.

Es wird jedoch weiterhin Stationen geben, ab der Grenze zum alten sog. Außenbereich, die zu zwei Zonen (bspw. M und 1) gerechnet werden.

Für alle mit ehemals 3 Ringen wird es günstiger

Mit der Karte für die Zone M kann ich jetzt nach Feldmoching fahren, obwohl das früher im 4. Ring lag und zahle sogar weniger. Nur wer früher für 2 Innenbereiche-Ringe eine Wochenkarte (15,40€) gekauft hat, der zahlt ab Dezember 2019 knapp 2€ mehr. (Die Monatskarte bleibt für ihn mit 55,20€ gleich teuer.) Dafür hat er aber nie wieder den Stress, auch wirklich nicht in einen anderen Ring fahren zu dürfen, denn die gibt es schlichtweg nicht mehr. Und mit nur einem Anschlussticket, das man in einer Woche für das Befahren des 3. Rings gelöst hätte, haben sich die 2 Euro schon amortisiert.

Neues Senioren-Ticket gilt künftig rund um die Uhr

Senioren werden mit der Tarifreform jedoch um 5 Jahre betrogen: Denn das Alter für das Seniorenticket wird von bisher 60 auf 65 Jahre angehoben; dafür entfällt die Regelung, dass man mit diesem Ticket nicht zwischen 6 und 9 Uhr fahren darf.

Tipp: Wen das nicht stört und unter 65 ist, sollte jetzt noch ein Isar Card 60 Abo abschließen (dann bleibt die Sperrzeit der Tickets bestehen.)

Sicher gibt es noch mehr Plus- und Minuspunkte, die die Tarifrefom mit sich bringen. Ob es zum Beispiel gut ist, dass es künftig eine extra Karte für Jugendliche unter 21 (die U21-Streifenkarte) geben wird? Ich weiß es nicht.

Wenn ihr Anmerkungen habt, gerne als Kommentar unter diesen Blogpost!

Aber insgesamt ist es meines Erachtens diese Reform ein Schritt in die richtige Richtung, dass 

  1. die MVV-Tarifstruktur gerade auch für Touristen deutlich einfacher wird und
  2. München hoffentlich auf dem Weg zu einem 365-Euro-Jahresticket für alle ist! Der ÖPNV muss nämlich meines Erachtens noch deutlich günstiger werden!

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