Mit einer politischen Informationsfahrt des Bundespresseamts: Gratis nach Berlin und Straßburg

Die Stadtrundfahrt der politischen Informationsfahrt ist an „politischen Gesichtspunkten“ orientiert. (Foto: Winderl)

Heute verrate ich euch, wie ihr kostenlos nach Berlin oder Straßburg reisen könnt. Das Zauberwort heißt „politische Informationsfahrt“. Jeder Bürger ab 18, der politisch interessiert ist oder nur gratis nach Berlin will 😉 – wobei man sich in Berlin ja durchaus auch die politische Seite der Hauptstadt ansehen möchte – darf an so einer Fahrt des Bundespresseamts (BPA) teilnehmen.

Organisiert wird das über den Abgeordneten seines Wahlkreises, deswegen ist auch oft von „Wahlkreisfahrten“ die Rede. Alles was man tun muss, ist „seinen“ Abgeordneten (egal welcher Partei) zu kontaktieren. Meist geht das ganz einfach per Mail an das Abgeordnetenbüro, wenn man ihn nicht persönlich kennt.

Drei Wahlkreisfahrten pro Jahr und Abgeordnetem

Eine Besuchergruppe an der Reichstagskuppel – man kann als Bayer mit oder ohne Lederhose dort hinauf (Foto: Winderl)

Ich selbst war so noch nicht gratis auf Reisen. Aber ich habe als Praktikantin im Bundestag schon selbst zeitweise eine solche Reisegruppe betreut. Im Jahr kann der Abgeordnete übrigens drei Mal jeweils 50 Personen aus seinem Wahlkreis einladen. Die An- und Abreise mit Bus oder Bahn, Hotel, Essen – alles ist gratis!

Da ich ein großer Europa-Fan bin, aber noch nie in Straßburg oder Brüssel war, möchte ich an einer solchen Informationsfahrt von „meinem“ MdEP teilnehmen. Da das Manfred Weber ist, lasse ich ihm als Ex-Spitzenkandidat erst etwas Verschnaufpause. Vielleicht hat er sein Kontingent an politischen Informationsfahrten auch schon im Wahlkampf aufgebraucht?

Man weiß es nicht. Aber die kostenlose Fahrt zum EU-Parlament steht jedenfalls ganz oben auf meiner persönlichen Bucket List!

Über die Fahrten nach Berlin kann ich euch besser informieren: Das Programm stellt letztendlich das BPA zusammen, aber die MdBs bzw. das Büro kann Programmwünsche anmelden. Dabei kommt es auf die Zusammensetzung der Gruppe an oder ob der Abgeordnete beispielsweise Staatssekretär ist und „sein“ Ministerium präsentieren will.

Neben dem offiziellen Programm bleibt Platz für persönliche Erkundungstouren

„Du bist so wunderbar Berlin“ – auf dem Programm steht gerne eine Flussfahrt auf der Spree (Foto: Winderl)

Einziger Haken bei dieser Art von Reise zum Nulltarif: Man muss verpflichtend an allen Programmpunkten teilnehmen. 

Aber vor oder nach dem Mittag- und Abendessen, das übrigens auch bezahlt wird und vielleicht auch mal in der Bayerischen Vertretung stattfindet, ist schon noch Zeit für einen Besuch im KaDeWe. Primark haben wir ja mittlerweile selbst in München, da spart man sich gleich einen Weg 😉 Wobei der Alex (Alexanderplatz) im Rahmen einer Stadtrundfahrt sicher auch angefahren wird. Keine Angst, so eine Informationsfahrt des BPA ist keine Kaffeefahrt und die Programmpunkte sind für einen auch nur durchschnittlich politisch interessierten Menschen durchaus interessant! Der Besuch auf der Reichtagskuppel mag sogar etwas touristisch anmuten, das zählt wohl zum klassischen Standardprogramm. 

In vier Tagen bekommt man so komprimiert ein „Best of“ des politischen Berlins präsentiert. Auf eigene Faust kann man zum Beispiel auch einen Besuch im Bundeskanzleramt organisieren, aber bequemer und unkomplizierter geht das über das BPA. (Sonst müsste man überall vorab selbst die Persodaten übermitteln.) Deswegen will ich bei meinem ersten Mal in Straßburg auch so rundum pauschal versorgt werden! Nicht zuletzt weil Übernachtungen dort wohl richtig teuer sein können 😉

Übernachtung in Doppelzimmern

Und noch ein letzter Tipp zum Schluss: Meldet euch am besten gleich mit einer Begleitperson an. Zusammen macht reisen ohnehin noch mehr Spaß! Das BPA übernimmt nämlich „nur“ die Kosten für ein Doppelzimmer. Wie wär’s also mit einem Berlin-Tripp für die beste Freundin zum nächsten Geburtstag? Die ein oder andere Berliner Weiße im Berliner Nachtleben ist trotz Rahmenprogramm in jedem Fall drin!

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